von Heidi Cullinan

Klappentext:
Emmet und Jeremey sind ein glückliches Paar – trotz der Probleme, die ihre Einschränkungen im Alltag mit sich bringen. Doch Emmets Autismus und die Verschlimmerung von Jeremeys Depressionen sind nicht das Einzige, womit sie zu kämpfen haben: Die staatlichen Behörden sind im Begriff, ihnen das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben zu nehmen. Emmet, Jeremey und ihre Freunde müssen nun alles daran setzen, für ihr Zuhause und ihre Freiheit zu kämpfen, denn für sie steht alles auf dem Spiel: ihre Zukunft.

Bild: © Buchsüchtig
Cover: © Cursed Verlag | Heidi Cullinan

Meine Meinung:
Es war schön, wieder von Emmet und Jeremey zu lesen, denn die Beiden hatten mir nach dem ersten Band gefehlt. Ihr Leben scheint anfangs perfekt zu sein, aber es kommt wie es kommen muss und von verschiedenen Seiten stürzen die Probleme auf sie zu, die sie nicht allein lösen können. Zudem haben sie noch mit ihren persönlichen Problemen zu kämpfen, was die ganze Sache enorm schwierig macht und ihre Liebe zueinander auf eine harte Probe stellt. Aber das größte Problem ist die Finanzierung des The Roosevelt, an dem nicht nur ihr Schicksal hängt, sondern auch das anderer Menschen. Ihr Rückzugs- und Zufluchtsort steht auf Messers Schneide und dessen Schließung würde nicht nur für Emmet und Jeremey eine Katastrophe bedeuten, denn sie haben an sich schon genug mit sich selbst zu tun.

Auch wenn das jetzt alles etwas traurig und negativ klingt, so ist das Buch doch ganz anders. Es gibt so viele witzige Momente, die sich einfach aus der Besonderheit der Beziehung zwischen Jeremey und Emmet ergeben und mich hin und wieder zum Schmunzeln brachten. Emmets Art sich Problemen zu stellen ist wundervoll, da er fokussiert und ergebnisorientiert nach Lösungen sucht und ungeschriebene Gesetze dabei keine Bedeutung für ihn haben.

Stellenweise war es sehr beklemmend zu lesen, wie Jeremey und Emmet um Dinge kämpfen mussten, die für einen Großteil der Menschen selbstverständlich sind und denen sie kaum Bedeutung beimessen. In meinen Augen sind sie unendlich stark und mutig und ich habe ihre Hartnäckigkeit bewundert.

Vermutlich auch gerade deswegen, weil sie für ihre Träume ihre eigenen Grenzen überschreiten und kämpfen, obwohl die Aussicht auf Erfolg eher gering ausfällt. Von verschiedenen Seiten werden ihnen Steine in den Weg gelegt, sie werden belächelt und nicht ernst genommen und das machte mich regelrecht wütend, denn sie haben in meinen Augen genauso ein Anrecht darauf anständig behandelt zu werden, wie jeder andere Mensch auch.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, denn die Thematik war interessant und ist zudem immens wichtig. Immer wieder werden Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt, ausgegrenzt und benachteiligt, nur weil sie sich nicht in Schubladen stecken lassen. Akzeptanz und Respekt sind nicht immer überall gegeben und häufig wird die Profitgier vor die Menschlichkeit gestellt. Es war traurig, die Kämpfe zu lesen, die meiner Meinung nach unnötig gewesen wären, wenn etwas mehr Menschlichkeit und Achtung in der Gesellschaft existieren würden. Was ich aber sehr gut fand, war der Kampfgeist der in Jeremey und Emmet lebte und sie auf ihrem Weg begleitete. Ich wünsche mir einen dritten Band der Reihe, denn die Geschichte um Emmet und Jeremey hat gerade erst angefangen. Von mir eine Leseempfehlung, wenn schon der erste Band gefallen hat. Ich mag beide Bücher und würde gerne mehr von Emmet und Jeremey lesen.

Erscheinungsdatum: 25. September 2018
Seitenzahl Taschenbuch: 250