Gabriella Queen

Klappentext:
In der Zukunft sind wir nicht nur miteinander vernetzt, sondern einsam.

Aureus Pulse will den ersten künstlichen Menschen auf den Markt bringen und die Sehnsucht der Leute nach wahrer Liebe für seinen Verkaufserfolg nutzen. Um seinem Produkt eine Bühne zu geben, entwickelt er das Konzept für eine TV-Sendung, in der sein Prototyp „Eiri“ live vor den Augen der Welt mit einem Menschen verkuppelt werden soll. Der Clou daran: Vorerst soll niemand merken, dass Eiri ein Robot ist.

Nicht einmal Romeo, der junge Schauspieler, der die zweite Hauptrolle spielt.
Kann man sich in einen Robot verlieben? Was macht einen Menschen echt? Und was passiert, wenn man sich live vor den Augen eines Millionenpublikums der Regie widersetzt?

Bild: © Buchsüchtig
Coverbild: © Gabriella Queen

Meine Meinung:
446 Seiten sind einfach zu wenig! Auf einmal war es vorbei, obwohl ich noch nicht bereit dazu war, mich von Meo und Eiri zu trennen. Was mache ich denn jetzt?? 🙈

Aber ich fange wohl lieber am Anfang an. Mit „Modern Romeo“ wurde sowohl meine Vorliebe für farbentsättigte und klar gestaltete Cover, aber vor allem mein Faible für außergewöhnliche Geschichten bedient, denn ich konnte gar nicht anders, als mir Gedanken um Existenz, freien Willen, Macht, Menschlichkeit und Gefühle zu machen.
Eiri ist ein Charakter der nicht einfach nur sympathisch und wundervoll ist, sondern der sich mit seiner ganzen Art in mein Herz schlich und dort wohl auch bleiben wird.

Die Geschichte baute sich langsam auf, ohne dabei langweilig oder gar nervig zu werden. Vielmehr empfand ich sie als sehr spannend und liebte die außergewöhnliche Romantik an ihr. Vor allem der sozialkritische Teil tat es mir an, denn so wurde aus dem Buch keine Standard – Romanze, sondern etwas außergewöhnliches.

Was macht einen Menschen zu einem Menschen? Sind es seine Gedanken und seine Gefühle oder ist man nur dann ein Mensch, wenn man aus Fleisch und Blut ist, geboren und nicht erschaffen wurde?

Diese Frage darf jeder für sich selbst beantworten. Aber eine einfach gestrickte Antwort gibt es auf diese Frage, meiner Meinung nach, nicht. Zumindest ist sie nicht so einfach in diesem Buch zu klären.

Die Beziehung zwischen Eiri und Romeo war anfangs nicht so geplant, wie sie sich dann entwickelt hat. Gerade das habe ich geliebt. Sie folgt nicht dem vorgegebenen Muster, sondern entwickelt eine eigene Dynamik die weit über das geplante Szenario hinausgeht. Und leider fangen damit auch die Probleme an. Denn plötzlich werden andere Dinge wichtiger als die, die es am Anfang sein sollten. Und Probleme, mit denen sie nicht gerechnet haben, stellen sich den beiden in den Weg.

Eiri und Romeo sind zu keiner Zeit platt und langweilig, sondern eher das komplette Gegenteil. Gerade das machte ihre Geschichte für mich so fesselnd und außergewöhnlich, dass ich einfach nicht genug von ihnen bekam. Sie sind spannend und vielschichtig, aufregend und liebenswert. Ich habe jedes Wort regelrecht inhaliert und bedauere, dass das Buch nicht mindestens doppelt so dick ist.

Erscheinungsdatum: 28. Oktober 2018
Seitenzahl Taschenbuch: 446