von T.A. Wegberg

Klappentext:
Eine Geschichte über Borderline, Freundschaft und Abhängigkeit. Über eine Freundschaft, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht.

Cosmo ist charmant, witzig und einfühlsam – aber auch labil und unberechenbar. Er ist Borderliner. Ärztliche Hilfe lehnt er ab; stattdessen hat er seinen Mitbewohner und besten Freund Johannes zu seinem „Erlöser“ erklärt.
Der ist mit der Aufgabe, die Folgeschäden seiner Exzesse zu beheben, zunehmend überfordert. Seine Gesundheit ist angeschlagen, sein Studium leidet unter der ständigen Anspannung. Doch Cosmos Empathie und sein unbefangener Charme machen es Johannes immer wieder unmöglich, klare Grenzen zu setzen.
Als er sich in eine Kommilitonin verliebt und Cosmo bei seiner ersten Vernissage überraschende Erfolge feiert, gerät das wacklige Gleichgewicht der Freundschaft in Gefahr – und Johannes bezahlt dafür beinahe mit seinem Leben.

Bild: © Buchsüchtig
Coverbild: © Schwarzkopf & Schwarzkopf

Meine Meinung:
„Grenzverletzungen“ ist unendlich aufwühlend, mitreißend und fesselnd. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und mich beim Lesen völlig gefangen nahm.
Cosmo ist ein Charakter, der mir viel abverlangt hat. Er ist impulsiv, liebevoll, grausam, kindlich, zauberhaft, verletzend, charmant und selbstzerstörerisch. Ich habe ihn geliebt.
Die Freundschaft zu Johannes bedeutet ihm, im Gegensatz zu der Beziehung zu anderen Menschen, alles. Das zeigt er in den Momenten, in denen er ihn mit seiner Zuneigung nahezu überschüttet, genauso wie in den Momenten, in denen er ihn von sich stößt, verletzt und verflucht.
Ohne ihn ist er quasi nicht lebensfähig. Aber auch Johannes kann sich Cosmo nicht entziehen, und fühlt sich ihm gegenüber mehr als nur verantwortlich.
Ihre Abhängigkeit voneinander hatte beim Lesen etwas bedrückendes und sehr intensives.

Mehr als einmal gerät Johannes an seine Grenzen und weit darüber hinaus, vernachlässigt sich und seine Bedürfnisse, um Cosmo in jeder nur erdenklichen Art beizustehen, zu unterstützen und zu helfen.

Das Buch ist absolut lesenswert und weit ab davon, seichte Unterhaltung zu sein. Ich habe beim Lesen gelacht, war entsetzt, schockiert und fasziniert. Alles innerhalb weniger Zeilen, denn die Geschichte um Cosmo und Johannes fraß sich in mir fest, ohne mich loslassen zu wollen.

Erscheinungsdatum: 1. September 2015 im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf
Seitenzahl Taschenbuch: 288 Seiten