von Elisa Schwarz

Klappentext:
Der Unfalltod seines Mannes Manuel lässt Patrick ungebremst in die Abwärtsspirale des Lebens schlittern. Monatelang bewegt er sich in einer ihm fremd gewordenen Welt, in der graue Emotionslosigkeit seine tägliche Begleiterin und sein Beruf als Fotograf mit zunehmender Hoffnungslosigkeit mehr als gefährdet ist. Mit allen Mitteln versucht er dagegen anzukämpfen, doch erst die Begegnung mit einem alten Bekannten rüttelt an ihm und als er kurz darauf Zeuge eines Überfalls wird, katapultiert ihn das Ereignis geradewegs in das reale Leben zurück.

Plötzlich reichen Freunde ihre Hände und er lernt Menschen kennen, die mehr als freundschaftliche Gefühle in ihm wecken – Gefühle, die schlichtweg ausgeblendet waren. Doch wie soll er sich auf einen anderen Mann einlassen, wenn ihn die Angst schier erdrückt, dass er dadurch seine verstorbene große Liebe nicht nur verrät, sondern vor allem verliert?

Bild: © Buchsüchtig
Coverbild: Elisa Schwarz

Meine Meinung:
Einen geliebten Menschen zu verlieren, gehört zu den schrecklichsten Erfahrungen die man im Leben nur machen kann, denn er hinterlässt Leere, Wut, Trauer, Unverständnis, Fragen, Hoffnungslosigkeit… Tausend Dinge ändern sich schlagartig und die Trauernden werden niemals wieder dieselben Menschen sein, die sie vorher waren.
Genauso geht es Patrick nach dem Tod seines geliebten Mannes Manuel.

„Das andere Ende der Brücke“ beginnt einige Monate nach Manuels Tod und so durfte ich Patrick auf seinem Weg begleiten. Er versucht seine Trauer auf verschiedenste Arten zu unterdrücken, zu bekämpfen und zu kanalisieren. Manche seiner Versuche sind erfolgreicher als andere, aber die meisten bringen nicht den gewünschten Erfolg, auch wenn man einige davon durchaus als drastisch bezeichnen könnte. Ich fand sie nachvollziehbar und verständlich. Manchmal muss man Feuer mit Feuer bekämpfen, auch wenn es verschiedene Arten sind. Und noch häufiger muss man den Schmerz zulassen und annehmen, damit man ihn verarbeiten kann.

Patricks Entwicklung innerhalb des Buches habe ich geliebt und mit Spannung verfolgt.

Die Autorin hat der Geschichte, und damit dem Trauerprozess Patricks, die Zeit und die Ruhe gegeben die sie brauchte, um sich zu entwickeln. Das war einer der Punkte, die ich beim Lesen sehr genossen habe. Ich wurde nicht mit der Absicht eines schnellen Endes durch die Seiten getrieben, was ich dem Thema der Geschichte gegenüber angemessen fand.
Sein Weg innerhalb der Geschichte ist ein stetiges auf und ab, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass neue Menschen in sein Leben treten und unendlich wichtig für ihn werden, da sie ihn auf einem Teil begleiten und ihm auf verschiedene Arten helfen gegen seinen Schmerz anzukämpfen.

Das alles hat die Autorin flüssig be-/geschrieben und auch die Charaktere wuchsen mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz. Es wurde glücklicherweise keine Standard – Liebesgeschichte mit Herzchen, Blümchen, künstlicher Eifersucht und überflüssigem Drama, sondern eine wundervolle Geschichte darüber, was das Leben manchmal von einem Menschen verlangt und wie man damit umgehen könnte.

Erscheinungsdatum: 6. Oktober 2016
Seitenzahl Taschenbuch: 474 Seiten