von Svea Lundberg

Klappentext:
Frisch von der Highschool zieht es Liam fort von seinem konservativen Elternhaus. In Los Angeles will er endlich ausleben, was er die letzten Jahre unterdrückt hat, und seinem Traum vom Cheerleading nachgehen.
In einer Bar begegnet Liam Ricardo, genannt Rizzo, und ist sofort voller Bewunderung für den jungen Darsteller des CC Cock Labels. Denn Rizzo verkörpert all das, was Liam immer sein wollte: Er ist selbstbewusst, frech und steht voll zu den Klischees, die er erfüllt. Erst ein Blick hinter Rizzos stets fröhliche Fassade zeigt, dass auch er mit inneren Dämonen und vor allem Vorurteilen zu kämpfen hat. Denn in einem Business, das rohe Männlichkeit propagiert, hat es ein Darsteller, der die Zeit außerhalb der Drehs am liebsten in Drag verbringt, nicht leicht.
Liam ist zunehmend fasziniert von Rizzos Wandelbarkeit – und vielleicht ist er auch ein wenig verknallt. Aber leider passt er so gar nicht in Rizzos Beuteschema. Denn dieser steht ganz klar nur auf einen Typ Mann: erfahrene, dominante Daddys. Und dann erscheint zu allem Überfluss auch noch der Unternehmer Keith Anderson auf der Bildfläche – ein Mann, der all jenes verkörpert, nach dem sich Rizzo in seinen Träumen sehnt.

Bild: © Buchsüchtig
Coverbild: © deadsoft Verlag

Meine Meinung:
Ich will mehr!!! Das Buch hat 588 Seiten, aber für mein Empfinden war es einfach zu kurz, denn die Geschichte um Rizzo, Liam und Keith hätte ich gerne noch viel länger verfolgt. Jeden der drei Protagonisten habe ich ins Herz geschlossen, auch oder gerade weil sie so völlig unterschiedlich in ihrem Wesen sind, denn genau das führte innerhalb des Buches zu wundervoll spannungsreichen und anregenden Szenen.

Liam ist so herrlich unschuldig und vertrauensvoll und fast ein bisschen blind vor Liebe, dass ich gar nicht anders konnte, als um ihn zu bangen. Zum Einen, weil ich Angst hatte, dass er der Situation nicht gewachsen ist und zum Anderen, weil ich befürchtete, dass er sich selbst verlieren könnte. Allerdings glaube ich, dass Rizzo das niemals zugelassen hätte. Auch entwickelte er sich innerhalb des Buches unglaublich weiter. Er hat einen sehr starken Willen und ich hatte zu keiner Zeit den Eindruck, dass er zu seinem Glück gezwungen werden musste, denn auch wenn er sehr viel neues und aufregendes erfahren und kennengelernt hat, so blieb er doch jederzeit ganz er selbst. Er ist einfach wunderbar, feinfühlig, leidenschaftlich und liebenswert. In seinem Zusammenspiel mit Rizzo und Keith habe ich ihn, gerade zum Ende des Buches hin, einfach nur geliebt. Er springt mehr als einmal über seinen Schatten und beweist damit, wie mutig und zielstrebig er ist. Selbst Dinge, die er eigentlich nicht fähig ist zu geben, versucht er aus Liebe doch zu realisieren. Gerade in seiner Liebe zu Rizzo ist er nahezu selbstlos und lässt Dinge zu, die er von sich aus vielleicht niemals in Erwägung gezogen hätte.

Rizzo ist einfach zum niederknien. Was auch sonst? Seine leidenschaftliche Art und sein großes Herz liebe ich wahnsinnig an ihm. Als er sich bewusst wird, war er braucht und was für ihn in seinem Leben unentbehrlich ist, hatte ich den Eindruck, dass er auf der einen Seite nach einem Ausweg suchte, aber vor allem einen Weg finden wollte, alle Aspekte unter einen Hut zu bringen, ohne jemanden zu verletzen oder sich selbst zu verleugnen.

Seine innere Zerrissenheit auf dem Weg zu seiner Erkenntnis, dass es nur eine Lösung geben kann, habe ich geliebt und fand sie von Svea Lundberg auch sehr glaubwürdig erzählt. Ich habe mit ihm gelitten und die ganze Zeit über gehofft, dass alles ein gutes Ende nehmen möge, denn Rizzo und Liam, aber auch Keith, haben einfach nichts anderes verdient.

Nun also noch Keith. Himmel, was für ein Kerl! Er ist selbstlos und zielstrebig, lässt dabei aber niemals das Glück und Wohlergehen der Menschen außer acht, die er liebt. Ganz im Gegenteil, all das kommt bei ihm immer an allererster Stelle. Er erkennt, was sie brauchen und wonach sie sich verzehren und ist in der Lage, ihnen genau das auch zu geben. Auch ihn habe ich geliebt. Wie hätte ich auch anders reagieren können? Der Mann ist einfach ein kleines Wunder. Ohne ihn hätten sich die Dinge nicht so entwickelt, wie sie es taten und das Buch wäre ein anderes geworden. So aber ist „F***ing Real – Beyond Reproach“ von Svea Lundberg einfach ein Buch, bei dem wieder einmal die wundervolle Sprache der Autorin zum tragen kam, bei dem die Story fesselnd, mitreißend und spannend bis zur letzten Seite ist und bei dem ich, wieder einmal, nur eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen kann. Ich hoffe sehr auf einen dritten Teil, denn ich kann und will mich noch nicht von all den liebgewonnenen Charakteren verabschieden. Wem der erste Teil der Reihe gefallen hat, der wird auch diesen Band lieben. Ich jedenfalls tue es. Danke Svea, für dieses wunderbare Lesevergnügen. Bitte schreib weiter!!!

Erscheinungsdatum: 29. Februar 2020 im deadsoft Verlag
Seitenzahl Taschenbuch: 393 Seiten