von J. Walther

Klappentext:
Vivian hat einen großen Traum: ohne feste Route und Zeitdruck durch die USA zu reisen. Dafür spart sie jahrelang, aber erst der Tod ihrer Großmutter gibt ihr genug Geld dafür. Doch schon nach wenigen Tagen Fahrt durch den Südwesten trifft sie auf eine Apachin, die einsam in einem Tal wohnt. Vivian ist von Susanns Schönheit, Stärke und ihrer geheimnisvollen Ausstrahlung schnell in den Bann geschlagen und sie kommen sich näher. Doch da bleibt eine Grenze, die Nähe nicht wirklich zulässt. Was verbirgt Susann vor ihr?

Bild: © Buchsüchtig
Cover: © J. Walther

Meine Meinung:
Vivien ist eine Kämpferin. Dieser Umstand wurde mir sofort klar als ich erfuhr, wie hartnäckig und motiviert sie ihr Ziel verfolgt. Und bei Susann war ich mir sofort sicher, dass sie eine Frau ist, die mit beiden Beinen fest im Leben steht und scheinbar schon einige schlechte Erfahrungen machen musste. Allein das erste Zusammentreffen der beiden Frauen ließ mich so denken, denn Susann reagiert anfangs abweisend und unfreundlich auf Viviens unerwarteten Besuch und trotzdem ist diese keineswegs abgestoßen, sondern vielmehr fasziniert. Vor allem, als beide Frauen etwas Zeit miteinander verbringen und sich sehr zaghaft in winzigen Schritten annähern. In ihrer Art sind beide Frauen weder draufgängerisch noch abgehoben und ich mochte es sehr, wie sie vorsichtig umeinander herumschlichen und jeden Schritt, jede Geste abwägten.

Von Susann kamen recht widersprüchliche Zeichen, die Vivien verwirrten und die sie nicht zu deuten wusste. Ich hatte den Eindruck, dass Susann Vivien weder verschrecken noch einengen wollte und sich deshalb zurückhielt. Vielleicht geschah dies aufgrund der von mir vermuteten schlechten Erfahrungen. Mir tat es für Vivien leid, die mit der Situation nicht so gut zurechtkam, auch wenn sich die beiden Frauen nach einiger Zeit zusammenrauften. Leider hatte ihre gemeinsame Zeit ein Ablaufdatum und das schien gerade Susann zu schaffen zu machen.

Vivien steht erst am Anfang ihrer Reise, aber ich hatte den Eindruck, dass sie eigentlich schon am Ziel war, ohne es zu bemerken, denn irgendwie griff trotz aller Unterschiede alles ineinander. Aber natürlich ist nicht alles so leicht wie es auf den ersten Blick wirkt und einige Hürden scheinen unüberwindbar, einige Unterschiede nicht miteinander vereinbar und vieles wird erst mit genügend Abstand klarer.

Ich mochte die Geschichte um Vivien und Susann, denn sie wurde von Jana ruhig, entspannt und liebevoll erzählt. Auch wenn es ein sehr kurzes Buch war, so habe ich doch beide Frauen gut kennengelernt und konnte sie in mein Herz schließen. Ihre Gegensätze ergänzten sich und sie fanden beide im Laufe der Geschichte zu sich selbst und damit mehr, als sie eigentlich gesucht hatten. Das war einer der Punkte die ich an der Geschichte sehr mochte. Ich hätte gerne noch mehr gelesen denn für mich ist „Der Duft von Salbei in der Dämmerung“ eine absolute Wohlfühlgeschichte für die ich sehr gerne eine Leseempfehlung ausspreche.

Erscheinungsdatum: 4. April 2021
Seitenzahl Taschenbuch: 89