Haus der Schatten

von S.Y. Blank

Klappentext:
Tritt ein ins Haus der Schatten… wenn du es wagst. England, November 1888. Abgeschieden in den Hochmooren Cumberlands liegt der Herrensitz Marmond House. Schon lange dem Vergessen preisgegeben, verfällt das Anwesen immer mehr, und in ihm eingeschlossen sind viele Geheimnisse. Wie aus dem Nichts taucht ein Fremder auf, um das Familienerbe anzutreten und das Haus zu neuem Leben zu erwecken. Kinderlos und fasziniert von der Metaphysik, adoptiert Baron Duncan Asquith zwei Jungen, deren Schicksal auf mysteriöse Weise mit dem des Schlossherrn verknüpft ist und bis weit in die Vergangenheit reicht. Für Giles Favell und Victor Cavendish beginnt ein neues Leben, aber bald schon ahnen sie, dass mehr hinter den alten Mauern liegt, als es ihr Vorstellungsvermögen fassen kann. Denn das Haus vergisst nicht…

Meine Meinung:
Noch ein Buch bei dem ich allein deshalb hätte heulen können, weil ich es ausgelesen habe. Ich weiß gar nicht, wie ich eine Rezension verfassen soll. Eine Geschichte wie diese habe ich bisher noch nicht gelesen, hatte mich aber schon wahnsinnig darauf gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Die Handlung zog mich regelrecht in ihren Bann, zwischen die Seiten so, dass ich den Eindruck hatte, wie ein stummer Beobachter jede Szene mitverfolgen zu können. Es war fast gruselig, wie S. Y. Blank die Szenen beschrieb, die Charaktere lebendig werden ließ und eine schier unglaubliche Spannung aufbaute. Ich habe jedes Wort geliebt. Giles und Victor, genauso wie Duncan, konnte ich direkt vor mir sehen und auch die Beschreibungen der Umgebung ließen die Geschichte wie einen Film vor meinen Augen ablaufen. Und das, obwohl sich der Großteil der Geschichte in Marmond House abspielt. Ich habe das gesamte Buch als sehr intensiv und real empfunden. Die Emotionen und Handlungen der Protagonisten waren auf eine wundervolle, beinahe hypnotische und bildhafte Art beschrieben, die die Spannung schier unerträglich machte und mich regelrecht durch die Seiten trieb. Mehr als einmal wurde ich von meinen Emotionen überrollt und habe das Buch danach noch mehr geliebt.

Vom Plot möchte ich nichts verraten, denn das wäre schade und würde den Genuß schmälern selbst herauszufinden, was genau an diesem Buch solch eine Sogwirkung ausübt. Auf jeden Fall bin ich völlig begeistert von der Geschichte und schrecklich verliebt in dieses wunderbare Buch. Ich bin unendlich glücklich, dass ich es gelesen habe, und werde es definitiv noch einige Male in die Hand nehmen.

Es hat mich restlos begeistert. Vor allem Duncan hat es mir angetan. Er ist nahezu perfekt und trotzdem, oder gerade deshalb, hatte ich bei ihm ständig dass Gefühl, dass ich selbst nach über der Hälfte des Buches nicht einmal ansatzweise hinter seine Fassade geblickt hatte.

Auch die Dynamik zwischen Duncan, Giles und Victor hat mich völlig mitgerissen, genauso wie ihre Beziehung zueinander und ihr Umgang miteinander. Ich habe alle drei mit jeder Seite mehr geliebt. Gerade das machte einige Szenen für mich unerträglich. Die letzten dreißig Seiten waren unendlich emotional für mich und haben mir einiges abverlangt. Ich wollte nicht, dass das Buch endet. Ich wollte mich nicht von Giles trennen. Aber jedes Buch ist irgendwann ausgelesen. So auch leider dieses Kleinod.

S. Y. Blank hat es spielend geschafft, dass ich mit jeder Seiten, jedem Satz ja jedem Wort tiefer in die Geschichte hineingesogen wurde und völlig darin versank. Ich wollte nicht mehr herausfinden, wie sich alles zusammenfügt, sondern am liebsten noch eine Ewigkeit zwischen den Seiten verbringen. Für dieses Buch muss ich eine ganz klare Lesempfehlung geben. Wer etwas sucht, dass „anders“ ist, sich völlig vom Alltäglichen unterscheidet, zwischen den Zeilen mehr verrät als mit Worten geschrieben wurde und dabei trotzdem irgendwie romantisch ist, ohne in Kitsch oder Klischees abzurutschen, der findet mit „Haus der Schatten“ genau dieses kleine Wunder, was er sucht.