Ich & der Blog

Ich bin Tris und in den 1980er Jahren geboren. Mein Leben teile ich mit meinem Lieblingsmenschen, zwei chaotischen Katern und dem einen oder anderem Buch. Seit einiger Zeit lebe ich aus ethischen Gründen vegan und kann mir nicht mehr vorstellen, das jemals wieder zu ändern. Für mich ist es die einzig richtige Entscheidung, mein Leben nicht über das Leben eines anderen zu stellen. Wir haben alle das gleiche Recht auf ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Dasein und ich will niemandem schaden.
Da ich gerne allein bin, und jeden Tag Zeit für mich brauche, kann ich diese Zeit auch hin und wieder mit Büchern füllen, wenn mir die Realität mal wieder zu viel wird und ich ›abtauchen‹ muss. Würde ich das nicht tun, und hätte ich den ganzen Tag über Menschen um mich herum, würde ich vermutlich durchdrehen. Man könnte also sagen, dass ich ein Einzelgänger bin. 

Mein Blog ›Buchsüchtig‹ entstand eher zufällig, denn geplant war er nie. Anfangs habe ich Bücher nur gelesen und nicht rezensiert, da ich es nicht für wichtig erachtet habe. Ich selbst lese Rezensionen nicht, sondern bilde mir lieber meine eigene Meinung. Allerdings bin ich dann schnell davon überzeugt worden, meinen Eindruck der von mir gelesenen Bücher auf Amazon zu veröffentlichen. Kurz danach habe ich damit begonnen, die gelesenen Bücher zu fotografieren und sie zusammen mit meinen Rezensionen auf meinem Facebook – Privatprofil online zu stellen, aber die Reichweite war natürlich nicht so berauschend. Und so kam es dann dazu, dass mein Blog am 11. August 2019 das Licht der virtuellen Welt erblickte. Alles noch sehr stümperhaft, da ich zu diesem Zeitpunkt weder wusste, dass ich ein Impressum benötigen würde, noch dass es eine gute Idee ist, wenn man auch eine Datenschutzerklärung hat. Ich habe das alles recht locker gesehen. Mir wurde dann Hilfe angeboten, ohne die ich die Seite sofort wieder gelöscht hätte. Aber dank dieser Hilfe war alles recht schnell ›wasserdicht‹.

Auf meinem Blog stelle ich vorzugsweise Bücher vor, die nicht ›süß‹ sind, da ich es nicht mag, wenn sich zwei Protagonisten anschmachten und weiter nicht viel passiert. Was ich dagegen liebe, sind schwierige Themen und sperrige Charaktere, die von dem Autor beziehungsweise der Autorin in wundervolle Worte gehüllt wurden und Wendungen, mit denen ich nicht rechne. Auch lese ich gerne Bücher, die von anderen als ›zu brutal‹ eingestuft werden. Aber am ehesten geht mir das Herz auf, wenn die Bücher anspruchsvoller sind.
Wenn ich mich in die Protagonisten verliebe und mit ihnen fühle, bin ich überglücklich. Es gibt leider nicht viele Autor*innen, die mich mit ihren Büchern regelrecht bezaubern, aber einige haben es doch geschafft. Wenn mir ein Buch nicht nur unter die Haut geht, sondern sich bis auf die Knochen durchfrisst, werde ich es bis in alle Ewigkeit in meinem Herzen tragen.

Ich bin niemand, der immer ein Happy End braucht. Ich mag Sad Ends, da sie für mich realer erscheinen, als wenn am Ende immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Leider gibt es im queeren Genre nicht sehr viele Bücher dieser Art. Die große Masse besteht eher aus ›Feel – good – Büchern‹, was ich sehr schade finde. Mein Geschmack, was Bücher betrifft, hat sich im Laufe der Zeit sehr stark verändert. Anfangs habe ich noch sehr gerne Romance gelesen, um der Realität zu entfliehen. Seit einiger Zeit bevorzuge ich Bücher, die eher sperrige und zuweilen auch schwierige Themen behandeln. Es darf sehr gerne dreckig, brutal und hoffnungslos werden.

Würde ich alle Bücher, die ich bisher gelesen habe, heute noch einmal lesen, würde ich sie anders rezensieren und auch auf ganz andere Dinge achten. Ich verzichte bewusst auf ein ›Sterne – Bewertungssystem‹, da ich es schwierig finde, Bücher auf diese Art zu ›bewerten‹. Ich mag es nicht, weil es für mich wenig aussagekräftig ist.

Es gibt verschiedene Dinge, die mich in Büchern immer wieder stören. Beispielweise hasse ich Inhaltsfehler und habe aus diesem Grund schon einige Bücher abgebrochen. Mich stören solche Fehler massiv, denn ich habe dabei immer den Eindruck, dass sich der/die Autor*in keine Gedanken gemacht hat, sondern einfach nur fertig werden wollte, was ich absolut furchtbar finde. Ein Mindestmaß an Recherche empfinde ich als absolut notwendig.

Wenn der/ die Schreibende selbst keine Ahnung hat, hilft meist das Internet weiter. Und auch nachvollziehbare Emotionen sind mir in Büchern sehr wichtig. Wenn mir einfach nur gesagt wird, dass die Protagonisten sich lieben, ich aber keinen Grund sehe warum das so ist, ist mir das schlicht zu wenig. Gerade wenn eine Person von der anderen wie Dreck behandelt wird, aber immer noch denkt, dass die andere Person der ›heilige Gral‹ ist, bin ich raus. Es sei denn, es handelt sich beispielsweise um irgendetwas, das in Richtung Stockholm Syndrom geht. Dann kann ich das wieder nachvollziehen und auch das Buch genießen. 

Warum nun Queere Literatur?

Mit 12 Jahren habe ich mit ›Interview mit einem Vampir‹ von Anne Rice meinen Einstieg in das queere Buchgenre gelesen und circa 20 Jahre später die ersten ›richtig queeren‹ Bücher. Ich will nicht mehr darauf verzichten, da ich mich lesetechnisch in diesem Genre sehr wohl fühle. Es ist sehr vielseitig und bietet für jeden Lesegeschmack das richtige Buch.
Da mir in vielen Hetero-Geschichten die Frauenrollen nicht zugesagt haben, bin ich irgendwann bei queeren Büchern hängengeblieben.

Ich glaube nicht, dass sich das noch einmal ändern wird. Natürlich lese ich auch nicht-queere Bücher, aber wenn es eine Liebesgeschichte sein soll, sind Hetero-Geschichten nicht das, was ich haben will. Auch sind meine absoluten Lieblingsbücher alle queer und auf keines davon würde ich verzichten wollen.