von Parker Williams

Klappentext:
Matt Bowers bisheriges Leben endete mit sechzehn, als ein gemeiner Verrat von jemanden, dem er eigentlich hätte vertrauen können, ihn zum Schatten seiner selbst werden ließ. Seit damals hat er mit einer Zwangs- und einer posttraumatischen Belastungsstörung zu kämpfen, lebt in permanenter Angst und läuft vor allem davon. Durch den Kauf eines abgeschiedenen Stück Lands glaubt er, den perfekten Ort gefunden zu haben, um sich vor der Welt zu verstecken und etwas Frieden zu finden. Zehn Jahre lang verspürt er ein gewisses Maß an Geborgenheit, bis eines Tages ein Fremder beginnt, Matts Straße entlangzulaufen.

Er kommt täglich wieder und dringt damit unwillkommen in Matts sorgfältig strukturiertes Leben ein. Matt beschwert sich beim Sheriff, doch der kann ihm nicht helfen, da der Jogger nichts Unrechtes tut. Nachdem zaghaft das Eis gebrochen ist, beginnt Matt, Schritt für Schritt die Anwesenheit des Mannes zu akzeptieren …

Als der Mann dann aber eines Tages nicht auftaucht, gerät Matts Leben ins Wanken und er muss die schwierigste Entscheidung seines Lebens treffen.

Bild: © Buchsüchtig
Cover: © Dreamspinner Press | Parker Williams

Meine Meinung:
Matt tat mir unendlich leid, weil er sich hilflos einer Situation gegenübersah, auf die er keinen Einfluss nehmen konnte und bei der ihm auch niemand helfen konnte. Seine Verzweiflung über seine Ohnmacht konnte ich sehr gut nachvollziehen und ich habe mit ihm gefühlt. Dieses Ereignis hat Auswirkungen auf sein gesamtes Leben, begleitet ihn sehr lange und sorgt dafür, dass er sich abkapselt und seine Umwelt so gut es geht meidet. Die daraus resultierenden Probleme lassen sich von Matt nur schwer in den Griff bekommen.

Als Charlie wie eine Naturgewalt in sein Leben platt und dieses durcheinander bringt, obwohl er nichts anderes tut, als an Matts Haus vorbeizulaufen und sich nach einiger Zeit vorzustellen, wurde es interessant. Die Dinge nehmen damit damit ihren Lauf und brachten Matts wohlgeordnete Welt gehörig durcheinander, was diesen zuerst in Panik versetzt, später aber die neuen Umstände nicht nur akzeptieren lässt, sondern ihn dazu bringt sie regelrecht als Notwendigkeit zu betrachten. Und wider Erwarten fühlt er sich wohl mit den neuen Ritualen, den neuen Gewohnheiten und einem veränderten Tagesablauf, der sein Leben zwar durcheinanderbringt, aber es auf eine sehr schöne Art umsortiert, die Matt durchaus gefällt. Bis ein Unglück geschieht und Matt erneut vor Trümmern steht, die seine Welt ins Wanken bringen. Ihm wird sehr viel abverlangt und er ist gezwungen seine Komfortzone zu verlassen, um seinen Wünschen zu folgen. Ohne seinen Bruder hätte er es vermutlich nicht geschafft, aber dieser ist in den wichtigen Momenten bei ihm, um ihn aufzufangen.

Im Laufe des Buches ist Matt gezwungen seine Sicherheit zu verlassen, neuen Dingen Raum zu geben und sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Meiner Meinung nach hat er das sehr gut gemeistert und ich habe mich über jeden noch so kleinen Erfolg mit ihm gemeinsam gefreut. Er baute aus den Trümmern seiner Vergangenheit ein Fundament, auf dem er seine Zukunft aufbauen konnte und ließ neuen Dingen und ungewohnten Umständen nach und nach Raum. Stellenweise war mit das Buch zu kitschig und Charlie einfach zu perfekt. Er ist genau so, wie man sich einen makellosen Mann in dieser Situation vorstellt und mir haben Ecken und Kanten, Eigenheiten und Macken bei ihm gefehlt. Das machte ihn für mich langweilig und blass und stellenweise nervte mich seine Art. Das ist aber nur mein persönlicher Eindruck. In diesem Buch wird eine sehr ruhige Geschichte erzählt, deren Ursprung weit in der Vergangenheit liegt, die sich enorm auf die Gegenwart auswirkt.

Von mir gibt es eine eingeschränkte Leseempfehlung, denn das Buch konnte mich leider nicht gänzlich überzeugen. Einiges hätte ich mir kantiger und ausführlicher gewünscht. Und obwohl ich Matt wirklich sehr mochte, wäre es mir lieber gewesen, wenn ich auch die anderen Protagonisten näher kennengelernt hätte, damit sie mehr wie eine Einheit und nicht wie schmückendes Beiwerk auf mich gewirkt hätten.

Erscheinungsdatum: 14. September 2021
Seitenzahl Taschenbuch: 172