Am Ende der Welt

von Garrett Leigh

Klappentext:
Shay Maloney lebt seinen Traum – er ist auf Tour mit seiner Piraten-/Folk-Rockband. Doch man kann nicht wissen, wohin man unterwegs ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt. Und hier kommt der launische Filmemacher Ollie Pietruska ins Spiel.
Das Management der Band überredet Shay, bei einer Dokumentation über seine Wurzeln jenseits seiner irischen Adoptivfamilie mitzumachen. Und so tritt Ollie in sein Leben, der mehr über Shay weiß als er selbst.
Ollie hält den Schlüssel zu Shays Vergangenheit in seinen Händen, doch er versteckt die tiefen Narben, die er mit sich herumträgt. Obwohl der harte Touralltag die beiden näher zueinander bringt, bedrohen die Dämonen aus Ollies Vergangenheit die langsam aufkeimenden Gefühle. Vielleicht kommen beide schon an ihre Grenzen, bevor Ollie erkennt, dass er viel zu lange am Ende der Welt gestanden hat und dass Shay den Schlüssel zu seiner Zukunft in der Hand hält.

Bild: © Buchsüchtig
Buchcover: © Fox Love Press | Garrett Leigh

Meine Meinung:
Ich konnte es gut verstehen, dass Ollie von Shay fasziniert war, denn mir ging es ähnlich. Ich fand den Sänger interessant und wollte gerne mehr über ihn wissen. Was mit sehr gut gefallen hat war, dass er nicht perfekt ist. All zu oft liest man von Typen dir alles können und alles wissen und keinerlei Schwachpunkte haben. Bei Shay ist es nicht so. Als die beiden die erste Zeit miteinander verbringen, läuft es noch etwas holprig zwischen ihnen. Vor allem, da Ollie unwissentlich eine Bombe platzen lässt die Shay erstmal aus der Bahn wirft. Und noch bevor die Beiden sich näherkommen und überhaupt irgendetwas sich entwickeln kann, ist auch schon wieder alles vorbei. Vor allem Shay scheint dieser Umstand völlig aus der Bahn zu werfen, was zwar seiner Krativität zugute kommt, aber seinen Seelenfrieden gefährdet. Allerdings hat auch Ollie sehr an der angespannten Situation zwischen ihnen zu knabbern. Und trotz der Distanz zwischen ihnen, verbringen sie Zeit miteinander auf der Suche nach der Vergangenheit und ihren Geheimnissen, die sie nach und nach gemeinsam entdecken. Und als Leser*in entdeckt man sie mit ihnen. Wie ein Puzzle setzen sich immer mehr Teile zusammen, um am Ende ein Gesamtbild zu ergeben. Ich habe so sehr für beide gehofft und hatte doch Angst davor, das sie überstürzt handeln würden. Genauso wie ich befürchtet habe, dass sie gar nicht handeln würden.

Die ganze Situation war von einer Anspannung geprägt, die ich nur zu gerne gelöst hätte, obwohl ich sie beim Lesen sehr genossen habe. Insgesamt ist das Buch sehr ruhig auf eine wunderbar angenehme Weise. Ich habe mich mit Ollie und Shay wohlgefühlt, was aber auch zum Teil mit an dem angenehmen Stil Garretts lag. Die Geschichte hetzt nicht, die Protagonisten fallen nicht nach drei Seiten wie die Irren übereinander her und sie sind auch weder perfekt noch langweilig. Insgesamt eine wunderbare Mischung, die mir außerordentlich gut gefallen hat und mich in ihren Bann zog, weswegen ich auch die erste Hälfte des Buches in einem Atemzug weggesuchtet habe. Die entspannte Erzählweise ermöglichte es mir, gemeinsam mit Shay, seine Vergangenheit aufdecken und immer tiefer in diese eintauchen zu können. Sie ist sehr spannend und ereignissreich gewesen, und fesselte mich, bis alles aufgedeckt war. Shay findet durch Olli zu sich, genauso wie Olli durch Shay zu sich findet. Ihr Machtverhältnis ist ausgeglichen und auf eine ganz wundervolle Art wachsen sie zusammen an der Situation, in der sie sich befinden. Insgesamt ein Wohlfühlbuch, welches traurige, aufregende und sehr süße Momente hat, spannend ist und mich gut unterhalten hat.

Erscheinungsdatum: 22. Juli 2020
Seitenzahl Taschenbuch: 255