Moth: Nachtschwärmer

von Justin C. Skylark


Klappentext:
Der Museumsdirektor Jonathan schwärmt für den verheirateten Chirurgen Eliot. Der teilt zwar seine Freundschaft, ist jedoch unerreichbar. Das Einzige, wofür sich Jonathan sonst interessiert, ist seine Sammlung von Faltern.Sein jüngstes Exponat, ein Totenkopfschwärmer, scheint ein gruseliges Eigenleben zu entwickeln. Als zeitgleich der mysteriöse Maurice auftaucht, geraten nicht nur Jonathans Leben und der gewohnte Ablauf im Museum, sondern auch seine Gefühlswelt aus den Fugen.Der Naturwissenschaftler ist hin und hergerissen zwischen Eliot, der seine Liebe plötzlich zu erwidern scheint, und Maurice, der Leidenschaft und eine große Gefahr mit sich bringt.-Sitzt ein Schmetterling an deiner Scheibe, ist der Verstorbene zu Besuch …

Bild: © Buchsüchtig
Buchcover: © Justin C. Skylark

Meine Meinung:
Jonathan fand ich in seiner unsicheren Art sehr süß. Er schien manchmal vor seiner eigenen Courage Angst zu bekommen und erst wenn die Dinge verliefen wie sie es keinesfalls sollten, schien er zu bemerken, dass er unter Umständen nicht ganz so schlau gehandelt hatte. Überhaupt lief es nicht wirklich gut für ihn, da sich die Ereignisse gegen ihn verschworen zu haben schienen. Personen sind nicht mehr sichtbar, Menschen wenden sich von ihm ab. Und auf all diese Dinge, die miteinander zusammenhängen, hat er keinen Einfluss, obwohl sie sein Leben stark beeinträchtigen.

Zudem war auch Maurice absolut undurchsichtig für ihn, obwohl dieser auf seine Art schon recht viel von sich preisgab. Justin streute viele kleine Hinweise, die man wie Puzzleteilchen aufsammeln und langsam zu einem Gesamtbild zusammensetzen konnte. Ich habe schon einige Bücher des Autors gelesen und liebe jedes auf seine Art. Vor allem die „Dylan und Thor“-Reihe hat es mir angetan. „Moths“ geht in eine ganz andere Richtung, die schon in diesem ersten Band Spannung verspricht und mich jetzt schon neugierig auf die Folgebände macht. Wie immer in Justins Büchern merkte ich auch hier, dass der Autor recherchiert hat, bevor er sich ans Schreiben machte. Ich liebe es, wenn ich beim Lesen merke, dass sich der Autor beziehungsweise die Autorin im Vorfeld Gedanken machte und nicht einfach drauflos schrieb.

Mir hat es sehr gut gefallen, wie Maurice angelegt war. Im Vergleich zu anderen ist er weder übermäßig glamourös, noch voller unerklärbarer Wunder. Vielmehr hat er mit ganz alltäglichen Problemen zu kämpfen, die sein Alltag mit sich bringt. Vor allem da er sich von anderen unterscheidet und einen, in meinen Augen sehr moralischen, Weg für sich gewählt hat. Diese Art sein Leben zu leben ermöglicht es ihm, Jonathan nah zu sein, denn auch so gibt es genug, dass ihr Zusammensein schwierig macht. Ich habe es geliebt, dass Justin sich nicht in den gängigen Klischees verstrickt hat und auch sonst sehr cool mit Maurices Identität umging. Das ganze Thema wurde schon sehr oft in Büchern behandelt. Manchmal ganz gut, öfter weniger gut. Justin hat einen wunderbaren Weg gefunden, um die Idendität Maurices unaufgeregt und spannend an den Leser zu übermitteln.

Eliots Anwesenheit machte das Ganze auf eine gute Art etwas chaotisch. Seine Unsicherheit gepaart mit seinem Verlangen sorgten dafür, dass ich ihn sympathisch fand. Und auch die Dynamik zwischen Eliot, Maurice und Jonathan hat mir gut gefallen. So verschieden sie auch sind, ergänzen sie einander doch auf eine spannende Weise. Insgesamt war das Buch sehr interessant und hat mir wirklich gut gefallen, weshalb ich mich sehr auf die Folgebände freue.

Erscheinungsdatum: 12. März 2020
Seitenzahl Taschenbuch: 197