Us – Du und ich für immer

von Sarina Bowen und Elle Kennedy

Klappentext:
DIE WICHTIGSTE ENTSCHEIDUNG SEINES LEBENS
Ryans und Jamies gemeinsames Glück droht wie eine Seifenblase zu zerplatzen, als Ryans Teamkollege in das Apartment über ihnen einzieht. Jetzt könnte auffliegen, dass sie ein Paar und bis über beide Ohren ineinander verliebt sind. Denn eins ist sicher: Sollten die Medien erfahren, dass Ryan Wesley – aufstrebender Star der National Hockey League und Liebling der Fans – schwul ist, wird das seine Karriere zerstören. Und plötzlich steht Wes vor der schwersten Entscheidung seines Lebens …

Bild: © Buchsüchtig
Buchcover: © LYX | Sarina Bowen, Elle Kennedy

Meine Meinung:
Endlich konnte ich den zweiten Band um Wes und Jamie noch einmal lesen. Und gleich zu Anfang habe ich Blake gehasst, da er sich Ryan quasi aufdrängte und ihm nicht einmal in den Sinn kam, dass es Menschen geben könnte die nach einer langen Reise gerne mal allein sind. Oder in Ryans Fall, Zeit mit ihrem Partner verbringen wollen… Solche Situationen sind eine Katastrophe, denn man wird in die Ecke gedrängt und hat nur wenig Chancen sich aus ihnen zu befreien. Gerade in Jamies und Ryans Fall war es schwierig, das sie sich immer noch versteckten und den unliebsamen Gast somit nicht einfach loswerden konnten, da sie nicht die Chance hatten, ihre wahren Gründe für ihren Drang nach Zweisamkeit anzuführen. Aber vor allem habe ich die verschenkte Zeit gehasst, da sowohl Jamie wie auch Wes aufgrund ihrer Jobs viel unterwegs sind und die gemeinsamen Stunden somit nicht so zahlreich sind, wie sie es bei einem frisch verliebten Paar sein dürften. Denn dass sie verliebt sind, und furchtbar geil aufeinander, springt dem Lesenden schon auf den ersten Seiten nahezu ins Gesicht. Ihre Textnachrichten und Gedanken zeugen davon, dass sie ohne einander weder sein können noch wollen. Auf mich wirkten sie sehr verliebt und harmonisch. Nur das „Babe“ als Kosename hat mich etwas gestört. Zu den Beiden hätten eher etwas scherzhaft fieses wie „Loser“ oder etwas ähnlich flapsiges gepasst. Für „Babe“ sind sie eigentlich zu cool und es passt irgendwie gar nicht zu ihnen, da sie auf mich nicht den Eindruck machten, dass sie auf weichgespültes Süßholzgeraspel stehen.

Leider tauchte Blake immer wieder unangekündigt auf und verkürzte mit seiner überflüssigen Anwesenheit die gemeinsamen Stunden von Wes und Jamie. Er torpediert die Beziehung der Beiden und weiß es nicht einmal. Ich hätte ihn am Liebsten auf den Mond geschossen. Wie kann ein Mensch nur so unsensibel sein. Irgendwann merkt man doch, wenn man stört… Dabei ist er nicht einmal gemein oder tut es mit Absicht, wodurch ich ihm nicht richtig böse sein konnte. Trotzdem hat er mich unendlich genervt und weder Wes noch Jamie schienen von seiner Anwesenheit erbaut zu sein. Andererseits hat er so aber auch eine schöne Spannung in die Geschichte gebracht, denn ich konnte ihn gemeinsam mit Jamie und Wes hassen und dabei trotzdem mögen, weil er an sich ein wirklich cooler Typ ist.

Bei manchen Büchern empfinde ich es als störend bis nervig, wenn die Protagonisten wie die Irren permanent übereinander herfallen, hier bei Jamie und Wes mochte ich das sehr, denn es war zu keiner Zeit unpassend oder gar platt und langweilig. Ihre Jobs geben ihnen nicht gerade sehr viel gemeinsame Zeit und auch die gemeinsame Wohnung ist ein kein Garant dafür, dass sie sich häufig sehen. Dazu noch dieses ewige Versteckspiel, dem die beiden ausgesetzt waren und dem sie sich nicht entziehen konnten. Mir taten sie so unendlich leid.

Wie grausam muss es sein, wenn man der ganzen Welt eine Lüge vorspielen muss und nicht einfach zu seinem Partner und seiner Liebe stehen darf. Dass diese Extremsituation sehr an der Beziehung zwischen Wes und Jamie nagte, konnte ich absolut verstehen. Egal wie groß die Liebe ist, wenn man ständig und überall lügen muss, wird man langsam aber sich von diesen Lügen zerfressen und löst sich irgendwann auf… Ich wollte die beiden Jungs am Liebsten schnappen und in eine perfekte Welt entführen, in der sich niemand an ihrer Liebe zueinander stört und sie einfach sie selbst sein können…

Irgendwann kam dann der gefürchtete Punkt, an dem ihre perfekte kleine Welt torpediert wurde und ich konnte Wes‘ Hilflosigkeit absolut nachvollziehen, habe mit ihm gelitten und mit ihm zusammen auf ein Wunder gehofft, welches diese unerträgliche Anspannung beendet. Nichts ist schlimmer als wenn man hört, dass alles in Ordnung ist und man doch sieht, dass die ganze Welt in Trümmern liegt. Man kann nichts unternehmen, um alles wieder gerade zu biegen, denn dazu müsste man die Chance bekommen, etwas zu tun. Und Wes wurde diese Chance nicht gegeben. Er strampelt sich ab, vollbringt unmenschliches und kommt trotzdem nicht ans Ziel… Er tat mir so unendlich leid, dass er keinen Weg aus dieser Situation herausfand, denn es war nicht sein Verschulden…

Was ich an diesem Buch, und auch an „Him – Mit ihm allein“ sehr mochte, war die Story an sich. Klar kommt nicht gerade wenig Sex vor, aber er steht nicht so sehr im Vordergrund und ist nicht bloß dazu da, um die Seitenzahl in die Höhe zu treiben. In erster Linie geht es um Wes und Jamie, um ihre Beziehung, ihre Liebe zueinander und um die Leidenschaft, die zwischen ihnen knistert. Aber vor allem geht es auch um die Probleme, denen sie gegenüberstehen, an denen sie wachsen und mit denen sie sich weiterentwickeln. Ich liebe es, dass weder sie beide perfekt sind, noch dass ihre Beziehung es ist. Sie kämpfen mit realen Problemen, scheitern und siegen. Wer den ersten Band der Reihe mochte, wird sicher auch mit diesem Buch glücklich. Ich hätte gerne noch mehr von Wes und Jamie gelesen und wäre ganz sicher nicht unglücklich, wenn es mehr Bücher über sie geben würde. Aber auch so findet ihre Geschichte in diesem Buch ein passendes Ende. Von mir also eine klare Leseempfehlung. Allein schon wegen des angenehmen Schreibstils von Sarina und Elle.

Erscheinungsdatum: 13. Januar 2017 im Lyx-Verlag
Seitenzahl Taschenbuch: 353