L.I.T.E – Lost in the Echos 3 New Horizons

von S. Trope

Klappentext:
Nivan ging mit dem Ziel, diejenigen zu töten, die seine Familie und unzählige mehr auf der Erde vernichteten, ins Outer-Rim-Programm der Space Force. Er bekam die Antworten, nach denen er gesucht hatte. Sie eröffneten nur eine andere Wahrheit, als die, die er zu kennen geglaubt hatte. Tod und Verlust säumen seinen Weg und er muss seine Ziele neu stecken, sich neu ausrichten. Die neuen Herausforderungen verlangen seinem Team und ihm alles ab. Wenn er dachte, seine Vergangenheit sei kompliziert, so ist die Zukunft ein Irrgarten ohne Ausgang. Wie besiegt man einen Gegner, den man nicht kennt, ohne selbst dabei zu sterben?

Bild: © Buchsüchtig
Buchcover: © S. Trope

Meine Meinung:
Und wieder ein Häppchen mehr aus Nivans Vergangenheit, das mich wütend machte. Wütend, wegen der Ungerechtigkeit und dem Leid, das Nivan erfahren musste, statt der Liebe und Zuneigung die er verdient hätte. Zumal all diese Erfahrungen einen großen Einfluss auf seine Gegenwart haben und es ihm somit schwermachen Nähe zuzulassen und Deimos entgegenzukommen, den ich schon im ersten Band geliebt habe und es in diesem immer noch tue. Ihre Beziehung zueinander ist schwierig und von einem ewigen Katz-und-Maus-Spiel aus Nähe, Abweisung und Kampf um jedes kleine Fitzelchen Zuneigung geprägt. Ich mochte es sehr, da sie nicht übereinander herfielen und sich sämtliche Probleme in einem einzigen Fick in Luft auflösten. Vielmehr sind beide gezwungen zu lernen und aneinander zu wachsen um irgendwann vielleicht doch einen akzeptablen Weg miteinander und vor allem zueinander zu finden, was allerdings durch Nivans Drang sich ständig beweisen zu müssen, weil er immer und überall unterschätzt wird, nicht gerade leicht ist und noch zusätzlich durch seinen Mangel an Vertrauen verstärkt wird. Ein sehr blöde Situation, da das Eine ohne das Andere nicht zu erreichen ist.

Trotz allem öffnet er sich Deimos mehr als jedem anderen Menschen, auch wenn jedes kleine Fitzelchen Information ihn unglaubliche Überwindung und Kraft kostet. Für mich zeugte es vor allem davon, welch hohen Stellenwert Deimos in Nivans Leben hat und das Nivan durchaus lernen kann, dass nicht alles immer in Kämpfen und Konflikten enden muss. Ihr Zusammenspiel war in jeder Situation wundervoll. Vor allem auch dann, wenn sie sich ungewohnten, neuen Situationen stellen mussten. Nivan prescht voran und will alles und das am besten sofort, während Deimos die Stimme der Vernunft ist und auf Nivan achtgibt. Bei ihnen gibt es kein schmalziges Liebesgeplänkel, aber ihre Gefühle füreinander waren für mich sehr deutlich und nachvollziehbar. Bei Deimos kam das sehr gut rüber, während man bei Nivan zwischen den Zeilen lesen muss. Er ist nicht der Typ für viele Worte und er ist auch nicht der Typ, der von sich aus etwas preisgibt. Vielmehr muss man ihm alles aus der Nase ziehen, was allerdings auch nicht wirklich informativ ist.
Ich mochte es, dass ich mehr über die Ignis und die Missionen erfuhr. Anfangs tappte ich noch etwas im Dunkeln, aber als Nivan und Deimos auf Nessaja trafen, lichtete sich der Nebel etwas.

Zusammen mit den Beiden erfuhr ich von ihr was in früheren Begegnungen von Menschen und Aliens geschah und warum alles so streng geheim gehalten werden musste, dass nur Nivan und Deimos von Nessaja etwas erfahren durften. Allerdings war das, was ihnen von dieser Frau offenbart wurde der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und ich hätte Nivan absolut verstanden, wenn er völlig ausgetickt wäre. Was er allerdings, Dank Deimos nicht tat. Dieser war wieder einmal die Ruhe selbst, obwohl die Offenbarungen auch ihn betrafen und so mehr über ihn und sein Schicksal offenlegten. Ohne ihn wäre die Situation eskaliert, denn allein Deimos schien es immer wieder zu sein, der Nivan erdete und dafür Sorge trug dass dieser nicht völlig durchdrehte und unüberlegt handelte. Wobei ich sagen muss, dass ich es ihm gegönnt hätte. Es lastet so viel Druck auf Nivan, dass es für mich absolut verständlich gewesen wäre, wenn er einfach ausgetickt wäre und alles dem Erdboden gleich gemacht hätte.

Allerdings verlor er auch so schon oft genug die Beherrschung. Beispielsweise, als er von dem Verrat an ihm erfuhr in den so viele Menschen verstrickt waren, denen er sein Vertrauen geschenkt hatte, dass es mich wunderte, dass nicht noch mehr Schaden angerichtet wurde als ohnehin schon. Irgendwie konnte sich Nivan doch noch rechtzeitig zügeln. Aber ich hätte es absolut nachvollziehen können, wenn es es nicht getan hätte. Und ich für mich wäre es, angesichts der Situation auch völlig ok gewesen.

Nach dem Ende dieses Buches war ich froh, dass der vierte Band schon auf meinem Reader lag und nur darauf wartete gelesen zu werden. Ich mag die Reihe sehr und vor allem Nivan hat es mir angetan. Endlich mal kein Saubermann ohne Ecken und Kanten, sondern ein unendlich sensibler Kerl, der seinen verletzlichen und kostbaren Kern unter einen dicken Hülle aus Sarkasmus, Hass, Perfektionismus und Willensstärke verbirgt und nur sehr wenigen Menschen sein wahres Ich zeigt. Von mir also eine Leseempfehlung für alle, die eine gute und spannende Story suchen und auch ohne seitenlange, nichtssagende Sexszenen ein Buch genießen können.

Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2020
Seitenzahl Taschenbuch: 261