Cyberempathy

von E.F. von Hainwald

Klappentext:
Sicherheit, Gleichheit und Einigkeit; Freiheit, Gerechtigkeit und Individualität

Das weltumspannende Cybernet ist der Segen der Zukunft – es verbindet die Empfindungen der Menschen. Kybernetik, Genetik und Holografie sorgen für ein langes Leben voller Gesundheit, Kraft und Schönheit. Die Welt scheint endlich Frieden gefunden zu haben und die Menschheit bereit, in das Universum vorzudringen.

Der rennomierte Erinnerungskonstrukteur Leon lebt in den oberen Ebenen der vertikalen Stadt Skyscrape und schon bald wird er mit seiner großen Liebe Janica verheiratet sein. Dich die fatalen Folgen eines dubiosen Auftrages werden ihm zum Verhängnis. Er wird zum Spielball der Mächtigen und sein bisher so von Erfolg beschienenes Leben liegt innerhalb kürzester Zeit in Scherben.

Als er schließlich in die unteren Ebenen der Stadt abgeschoben wird, erlebt er eine Welt voller Gewalt und Ungerechtigkeit. Der menschliche Körper ist nur eine austauschbare Puppe und die dort fehlende Verbindung zum Cybernet stellt sein gesamtes Sein als Mensch infrage. Doch ausgerechnet an diesem gefühlskalten Ort berührt jemand unerwartet sein Wesen – und das intensiver, als es die künstliche Empathie jemals hätte ermöglichen können.

Ist der vermeintliche Segen vielleicht doch ein Fluch oder nur der logische Schritt der Evolution?

Bild: © Buchsüchtig
Buchcover: E.F. von Hainwald

Meine Meinung:
Irre. Ich bin regelrecht in der Geschichte um Leon versunken. Nur im „Notfall“ habe ich es aus der Hand gelegt und so war ich leider schon nach zwei Tagen auf der letzten Seite. Das Buch fesselte mich nicht sofort, aber dafür dann um so heftiger.

Die Welt, in der Leon lebt, hat mich stark an Orwells „1984“ erinnert. Solange du im System, für das System und so wie gewünscht „funktionierst“ und „spielst“, ist alles „in Ordnung“. Eigenständige, freie Gedanken, und vor allem bestimmte Gefühle, sind nicht erwünscht, oder vielmehr verboten. Leben, Überleben und ÜBER-Leben sind nur möglich, wenn man sich anpasst und regelrecht selbst aufgibt.
In dieser Welt wird Leon aus seiner gewohnten Existenz gerissen, da er Dinge hinterfragt, und damit unbequem wird.

Er wird regelrecht entsorgt, als er nicht mehr alles einfach nur hinnimmt. Lügen und Betrug reißen im von einem Moment auf den anderen, den Boden unter den Füßen weg. Als man ihm dann alles genommen hat versucht er in einer ihm unbekannten Welt, die nichts mit seinem gewohnten Umfeld gemein hat, zurechtzukommen. Aber er ist nicht allein, was ich als tröstlich empfand.

Das Cybernet war für mich sehr beklemmend und unendlich gruselig, denn die Idee dahinter nimmt Menschen all das, was uns Menschen zu dem macht, was wir sind. Die Geschichte an sich ist so wunderbar fesselnd.