Der steinerne Garten Bd. 1

von Jayden V. Reeves

Klappentext:
Für den 26-jährigen Riley Buchanan scheint es sich zunächst um einen ganz gewöhnlichen „Nuts-Transport“ zu handeln, als er am ersten Weihnachtstag spontan zusagt, den emotional unterkühlten Nathanyel Pritchard aus der psychiatrischen Privatklinik Waterbury abzuholen. Unverhofft wird ihm jedoch ein finanziell höchst verlockendes Angebot offeriert und um den langen Schatten seiner wenig ruhmreichen Vergangenheit endlich entfliehen zu können, lässt er sich schließlich auf den merkwürdigen Handel ein. Naiv stolpert er daraufhin in eine fremde Welt, welche von Routinen, Zwang und Kontrolle dominiert wird, und als Nathanyel schließlich seine wahren Absichten enthüllt, sieht er sich einer Herausforderung gegenüberstehen, die sein Leben Recht bald und schonungslos auf den Kopf stellen wird.

Die bewegende Geschichte eines Coming Out inmitten zweier Welten, wie sie unterschiedlicher kaum sein können.

Bild: © Buchsüchtig
Buchcover; © Rediroma-Verlag | Jayden V. Reeves

Meine Meinung:
Ich bin auf einer Messe zufällig über den „Steinernen Garten“ gestolpert. Da ich eine Schwäche für farbentsättigte am besten schwarze Bucheinbände habe, musste ich es mir näher ansehen, denn es stach zwischen den anderen recht deutlich hervor. Der Titel allein, hätte mich nicht dazu gebracht mich dafür zu interessieren. Beim Lesen des Klappentextes sprangen mich die Worte „…Routinen, Zwang und Kontrolle…“ regelrecht an. Ich hatte einen leisen Verdacht um was es gehen könnte, und meine Neugier war geweckt.

Vor diesem Buch hatte ich noch keines mit solch einem thematischen Hintergrund gelesen, und auch der Autor war für mich neu. Nach ein paar Zeilen, die ich irgendwo mittig im Buch weggesuchtet hatte, wusste ich dass mir der Stil gefällt, und ich habe es gekauft.
Endlich wieder ein Buch, was mich noch Tage, ja Wochen nach den letzten Worten beschäftigt hat. Das hatte ich schon lange nicht mehr. Trennungsschmerz nach der letzten Seite ist etwas besonderes, und hier gab es ihn für mich. Endlich wieder ein Buch, welches nicht einfach nur unterhalten und gefallen will, denn es ist definitiv kein „Wohlfühlbuch“. Es ist für mich ein „Ich-bin-glücklich-es-gelesen-zu-haben“ – Buch.

Allein die Sprache und die Stimmung ließen mir keine andere Wahl, als es in jeder freien Minute weiterzulesen.

Riley und Nathanyel sind zwei Charaktere, die nicht dem üblichen „man-muss-sie-einfach-lieben“ – Klischee entsprechen, und genau das machte sie für mich interessant. Sie sind nicht, im klassischen Sinne, liebenswert. Für mich waren sie es aber genau deshalb. Beide sind schroff, sperrig und ungewöhnlich. Mit ihren Ecken und Kanten bildeten sie eine spannende und fesselnde Komplexität, die mich durch das Buch begleitet hat.

Ich war glücklich, dass es keine Liebesschnulze wurde, sondern eher ein spannendes Drama mit psychologisch wundervoll ausgearbeiteten Charakteren, die mich nicht mehr losgelassen haben. Leider gibt es nicht oft solche komplexen Romanfiguren, und gerade das machte dieses Buch zu etwas besonderem für mich. Vermutlich auch deshalb, weil die Sprache und die Stimmung in diesem Buch keinesfalls platt und langweilig sind, sondern vielmehr fesselnd, vielschichtig und wundervoll. Allein deshalb wird es immer zu meinen Lieblingsbüchern zählen.