Blackmail Love

von Chris P. Rolls

Klappentext:
Dem russischen Akzent und der geheimnisvollen Ausstrahlung von Yakub kann der lebensfrohe Barkeeper Sascha absolut nicht widerstehen. Ihr heißes Intermezzo im Darkroom des Clubs endet jedoch anders als erwartet. Sascha findet sich, betäubt und gefangen, Gott-weiß-wo in Osteuropa, in einem kahlen Raum wieder.
Sein Vater, Ewan Andrew Lymond, erfolgreicher Direktor von Europol, hat sich mit der osteuropäischen Mafia angelegt und diese holt zum Gegenschlag aus. Jeden weiteren Fahndungserfolg drohen sie zu ahnden und ihr Opfer ist Sascha.
Yakub hat zu viele Menschen sterben sehen, qualvoll gelernt, Herz und Verstand auszuschalten und zu tun, was man ihm aufträgt. Der einzige Job ist es nun, Sascha so lange wie möglich am Leben zu halten. Seinen Prinzipien treu zu bleiben, fällt ihm jedoch immer schwerer, denn nicht nur Saschas schlagfertige Art spricht längst verdrängte Gefühle an. Es scheint indes für keinen von ihnen einen Ausweg zu geben, der nicht mit dem Tod enden würde.

Bild: © Buchsüchtig
Buchcover: © Chris P. Rolls

Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen. Aber eines vorweg: es ist keine süße Liebesgeschichte wie etwa „Mecklenburger Winter“. Wer so etwas sucht, ist hier falsch.
„Blackmail love“ ist völlig anders. Wenn auch stellenweise nicht weniger romantisch. Allerdings ist es weitaus brutaler, hoffnungsloser und grausamer, und gerade das habe ich sehr an der Geschichte um Sascha und Yakub geliebt.

Die Story hat mich dermaßen gefesselt, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte, und bei jedem Satz mitfieberte.
Wer Bücher von Chris P. Rolls gerne liest, wird auch dieses mögen, da es in ihrem gewohnt flüssigen und mitreisenden Stil gehalten ist. Man muss nur dranbleiben, denn es lohnt sich definitiv, da die Story spannend, voller Wendungen und interessanter Charaktere ist.

Vor allem Sascha mochte ich von Anfang an sehr. Er ist herrlich stark, kämpferisch und nicht so leicht zu bezwingen. Die aussichtslose Situation, in die er gerät, bringt das Beste in ihm zum Vorschein und ich konnte einfach nicht anders, als ihn für seine Stärke und seinen Mut zu bewundern. Alles scheint sich gegen ihn verschworen zu haben und jemand, bei dem er dachte er könne ihm vertrauen, entpuppt sich als der Horror in Menschengestalt. Aber trotzdem gibt er nicht auf, oder lässt sich unterkriegen. Diesen Charakterzug habe ich wirklich sehr an ihm gemocht.

Auch Yakub wuchs mir ans Herz. Innerlich zerrissen, ist er ein wunderbar starker und interessanter Charakter, den man erst später richtig kennen und schätzen lernt. Einige seiner Handlungen wirken vielleicht erstmal nicht nachvollziehbar, aber es klärt sich alles noch auf und zeigt, wie es dazu kam, dass er handelte wie er es tat.

Chris P. Rolls Stil ist gewohnt flüssig und mitreißend. Ihre Charaktere beschreibt sie mit nicht zu vielen Worten und doch genau so, dass ich sie regelrecht vor mir gesehen habe, und so ist „Blackmail Love“ eines meiner liebsten Bücher dieser Autorin, da ich watteweiche und pudrigsüße Lovestorys nicht mag. Mit diesem Buch gab es für mich eine Romanze, die nicht im Schmalz versinkt, sondern Spannung, Action, Brutalität (in Maßen) und wundervolle Charaktere bietet. Genau das, was ich gerne lese, weshalb es einfach zu meinen Lieblingsbüchern gehört.

Das Buch hat zwischenzeitlich ein neues Cover bekommen. Mein Exemplar hat noch die alte Version.