von Sandra Busch

Klappentext:
Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, der ständig krank ist und dem aus genau diesem Grund gekündigt wird? Wie muss man sich fühlen, wenn man an die Wohnung gefesselt ist und seine letzten sozialen Kontakte verliert?
Ohne seinen Lebensgefährten Roman hätte Marten längst das Handtuch geschmissen und aufgegeben, denn die Ärzte finden für seine Erkrankungen keine Ursachen. Eine Besserung der Lage ist daher nicht in Sicht. Aber Liebe heilt ja bekanntlich alle Wunden …

Bild: © Buchsüchtig
Buchcover: © Dead Soft Verlag | Sandra Busch

Meine Meinung:
Für Martens Krankheiten hatte ich sofort eine Erklärung, denn Roman machte auf mich einen überfürsorglichen Eindruck. Auch, dass er nicht wegen Martens Jobverlust beunruhigt war, fand ich passend zu meiner Idee, was mit Roman nicht stimmt. Dazu noch die Schachtel, die Marten im Müll findet und für die Roman nur eine fadenscheinige Erklärung hat… Irgendwie fügte sich gleich zu Anfang alles für mich zusammen. Auch, dass Roman Marten ausbremste, sobald dieser Interesse an Aktivitäten wie einem Discobesuch bekundete, passte ins Bild. Das alles führte dazu, dass ich Roman nicht mochte. Er unterstützt seinen Partner nur scheinbar und ich hatte ständig das Gefühl, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Am Liebsten hätte ich Marten geschnappt und von Roman getrennt nur um zu sehen, was dann passiert. Wahrscheinlich hätte ich dann meine Vermutung bestätigt gesehen, wenn es Marten danach schlagartig besser gegangen wäre.

Als Dan, Danny für seine Freunde 😜, auf der Bildfläche auftauchte, mochte ich ihn sofort. Nein, das ist noch zu wenig! Ich war schockverliebt. Vor allem, als er und Marten sich in der Kneipe begegneten. In ihm sah ich Martens Möglichkeit von Roman wegzukommen, auch wenn das zu diesem Zeitpunkt nur ein Gefühl meinerseits war und im Buch selbst mit keinem Wort die Notwendigkeit erwähnt wird. Zumal sich Roman wirklich alle Mühe gab und sich aufopfernd um Marten kümmerte. Für mich allerdings erhärtete sich der Verdacht, dass etwas falsch läuft, als Marten verschiedene Dinge auffielen, die seltsam waren und bei mir ein ungutes Gefühl zurückließen. Mir war Roman mehr als suspekt und ich hätte mir gewünscht, dass auch Marten das endlich sieht und die richtigen Schlüsse zieht. Oder zumindest an den richtigen Stellen nach Hilfe sucht und diese auch bekommt. Ich wollte so sehr, dass Marten endlich der Mensch sein kann der er meiner Meinung nach ist. Lebensfroh, glücklich und abenteuerlustig. Stattdessen schlittert er gesundheitlich von einer Katastrophe in die nächste ohne wirkliche Hilfe zu bekommen und endlich glücklich zu werden. Dazu frisst ihn noch sein schlechtes Gewissen beinahe auf, weil die Beziehung zu Roman nicht gerade das ist, was man als erfüllt bezeichnen könnte. Aber ich konnte verstehen, dass er aufgrund seiner körperlichen Beschwerden nicht freudestrahlend mit seinem Partner in die Kiste hüpft. Und auch Roman zeigte Verständnis, welches ich ihm allerdings nicht richtig abkaufte.

Ein Begriff huschte mir während des Lesens immer wieder durch den Kopf und ich war gespannt, ob sich meine Vermutung hinsichtlich der Situation zwischen Roman und Marten bestätigen würde. Eigentlich war ich mir absolut sicher, denn das worüber Marten stolperte und was kurz darauf nicht mehr aufzufinden war, schürte meinen Verdacht nicht nur, sondern ließ ihn in Stein gemeißelt zurück.

Nach einer interessanten Szene mit Danny habe ich manches in einem anderen Licht gesehen. Es hätte alles so einfach sein können, wenn Marten nur die Augen aufmachen und erkennen würde, was direkt vor ihm geschieht. Einfach nur Eins und Eins zusammenzählen und bähm!!, des Rätsels Lösung würde vor ihm erstrahlen. Aber nein. So einfach war es für Marten leider nicht…

Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen, da es spannend, locker geschrieben und absolut unterhaltsam ist, ohne dabei kitschig zu sein. Vielmehr wurde es zum Ende hin geradezu dramatisch und ich habe mitgefiebert, weil ich nicht sicher sein konnte, was als nächstes geschehen würde. Und auch dafür musste ich Danny einfach lieben, während ich keine andere Wahl hatte, als mit Marten gemeinsam zu leiden und zu hoffen. Von mir also mal wieder eine klare Leseempfehlung, wenn ein Buch mit Dramatik und einer ernsten Geschichte gesucht wird, die trotzdem ihre zärtlichen, romantischen Momente hat. Manchmal sind die Menschen nicht das, was sie vorgeben und glauben zu sein. Und manchmal treibt die Liebe kranke Blüten, die das Leben vergiften.

Erscheinungsdatum: 10. Oktober 2016
Seitenzahl Taschenbuch: 352